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Wie strukturiert man SharePoint richtig?

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In vielen Unternehmen wächst SharePoint nicht nach Plan, sondern Site für Site, so wie gerade Bedarf entsteht. Ohne eine bewusste Struktur wird die Plattform dadurch schnell unübersichtlich. Inhalte lassen sich kaum wiederfinden, und ähnliche Informationen liegen an mehreren Stellen parallel vor. Dieser Beitrag zeigt, wie sich SharePoint von Anfang an sinnvoll strukturieren lässt und worauf es dabei in der Praxis ankommt.

Das Wichtigste in Kürze: SharePoint richtig strukturieren

  • Site-Typen unterscheiden: Team-Sites, Kommunikationsseiten und Hub-Sites erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
  • Hub-Sites statt tiefer Hierarchie: Eine moderne SharePoint-Struktur setzt auf flache, verknüpfte Hubs statt auf verschachtelte Unterseiten.
  • Navigation getrennt von Seiteninhalt denken: Die Hub-Navigation übernimmt die grobe Orientierung, die Seiten-Navigation die Details.
  • Metadaten statt Ordnerschlachten: Dokumente lassen sich über Eigenschaften klassifizieren, statt sie in immer tiefere Ordner zu sortieren.
  • Governance von Anfang an: Klare Regeln dafür, wer neue Sites anlegen und einem Hub zuordnen darf, verhindern unkontrolliertes Wachstum.
  • Faustregel: Eine einmal aufgesetzte Struktur ist nie endgültig fertig, sondern muss regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Was eine durchdachte SharePoint-Struktur für ein Unternehmen bedeutet

Eine SharePoint-Umgebung entsteht in der Praxis selten auf einen Schlag, sondern über Monate und Jahre, in denen immer wieder neue Teams, Projekte und Abteilungen hinzukommen. Ob daraus eine nutzbare Struktur wird oder ein unübersichtliches Geflecht einzelner Seiten, hängt davon ab, ob die Struktur bewusst geplant oder dem Zufall überlassen wird.

Grundlage dafür sind drei Bausteine, die sich klar voneinander abgrenzen lassen. Team-Sites entstehen automatisch im Hintergrund, sobald ein neues Team in Microsoft Teams angelegt wird, und eignen sich für die tägliche Zusammenarbeit einer festen Gruppe. Kommunikationsseiten sind für die Verteilung von Inhalten an ein größeres, überwiegend lesendes Publikum gedacht, etwa für Abteilungs- oder Unternehmens-News. Hub-Sites schließlich verbinden mehrere Team- oder Kommunikationsseiten über eine gemeinsame Navigation, ohne dass diese Seiten technisch voneinander abhängig sind.

Wie Teams und SharePoint technisch zusammenhängen, haben wir bereits im Beitrag SharePoint oder Teams – Was ist der Unterschied? beschrieben. An dieser Stelle geht es nicht mehr um diese Abgrenzung, sondern um die Struktur der SharePoint-Umgebung selbst.

Warum Hub-Sites die klassische Seitenhierarchie ablösen

Im klassischen Modell wird SharePoint als Baum aus Site-Sammlungen und Unterseiten aufgebaut. Unterseiten erben dabei Navigation, Berechtigungen und Design von der übergeordneten Seite. Das klingt zunächst praktisch, wird aber genau dann zum Problem, wenn sich die Organisation verändert. Wird eine Abteilung umbenannt oder wechselt ein Team den Bereich, muss plötzlich ein ganzer Zweig der Hierarchie umgezogen werden, inklusive aller geerbten Einstellungen.

Hub-Sites lösen dieses Problem, indem sie die feste Eltern-Kind-Beziehung durch eine lose Zuordnung ersetzen. Eine Site bleibt dabei technisch eigenständig, mit eigenen Berechtigungen und eigener Site-Sammlung, übernimmt über die Hub-Zuordnung aber Navigation, Branding und eine gemeinsame Suche. Ändert sich die Organisation, lässt sich eine Site einem anderen Hub zuordnen, ohne dass Inhalte oder Berechtigungen migriert werden müssen.

Eine Hub-Struktur sinnvoll aufbauen

  • Ein Ordnungsprinzip konsequent verwenden: Hubs entweder nach Abteilung, Region oder Funktion gliedern, nicht wahllos gemischt.
  • Klein anfangen: mit wenigen zentralen Hubs starten und bei Bedarf gezielt erweitern, statt für jedes Team einen eigenen Hub anzulegen.
  • Hubs klar benennen: der Name sollte den Zweck erkennen lassen, etwa „HR-Hub“ oder „Projekt-Hub“, statt eines internen Kürzels.
  • Zuordnung klar regeln: festlegen, wer neue Sites einem Hub zuordnen darf, um unkontrolliertes Wachstum von Anfang an zu vermeiden.

Metadaten, Inhaltstypen und Berechtigungen kurz zusammengefasst

Innerhalb einzelner Bibliotheken entscheidet nicht die Seitenstruktur, sondern die Dokumentenstruktur über die Auffindbarkeit. Ein Dokument kann nur in einem Ordner liegen, aber mehrere Metadaten gleichzeitig tragen, was die Suche deutlich erleichtert. Bei sehr großen Bibliotheken lohnt es sich zudem, die Grenze von 5.000 Elementen pro Ansicht im Blick zu behalten und rechtzeitig mit indizierten Spalten oder der Metadaten-Navigation zu arbeiten, statt immer tiefere Ordnerebenen anzulegen.

Auch bei Berechtigungen gilt eine einfache Regel: Zugriff wird über Gruppen vergeben, nicht über einzelne Benutzer. Wie Inhaltstypen, verwaltete Metadaten und Berechtigungen im Detail funktionieren, haben wir bereits im Beitrag SharePoint oder Microsoft Teams als Dokumentenablage? ausführlich beschrieben.

Praxisbeispiel: Von gewachsenem Team-Wildwuchs zur Hub-Struktur

Wie sich eine fehlende Struktur in der Praxis auswirkt, zeigt sich besonders deutlich in der Baubranche, in der üblicherweise mehrere Projekte gleichzeitig laufen. Für jede neue Baustelle wird dort häufig ein eigenes Team angelegt, mit einer eigenen, automatisch erstellten SharePoint-Site dahinter. Nach einigen Jahren existieren so Dutzende Sites nebeneinander, ohne erkennbares gemeinsames System.

Unternehmensweit gültige Dokumente, etwa Sicherheitsrichtlinien, Vertragsvorlagen oder Qualitätsstandards, landen in dieser Ausgangslage meist zufällig in der Site eines einzelnen Projekts und sind für andere Projektteams kaum auffindbar. Jedes Team pflegt stattdessen seine eigene Kopie, wodurch unterschiedliche Versionen derselben Vorlage parallel im Umlauf sind.

Die Lösung liegt nicht darin, alle Projekt-Sites in eine einzige Struktur zu zwingen, sondern darin, sie über einen gemeinsamen Hub zu verbinden. Ein zentraler Hub bündelt die unternehmensweiten Vorlagen, Richtlinien und Standards, während jede Projekt-Site für ihre eigenen, projektspezifischen Inhalte zuständig bleibt. Mitarbeiter finden allgemeingültige Dokumente dadurch zuverlässig an einer Stelle, unabhängig davon, welchem Projekt sie gerade zugeordnet sind, ohne dass die Eigenständigkeit der einzelnen Projekt-Sites verloren geht.

Wie Sie eine SharePoint-Struktur sauber aufsetzen

Auch wenn jede Ausgangslage anders aussieht, hat sich für den Aufbau oder die Neuordnung einer SharePoint-Struktur ein wiederkehrendes Vorgehen bewährt:

  • Analyse: bestehende Sites, Teams und Bibliotheken sichten, Dopplungen und Wildwuchs identifizieren.
  • Konzept: Ordnungsprinzip für Hubs festlegen, Site-Typen und Namenskonventionen definieren.
  • Umsetzung: Hub-Struktur technisch anlegen, bestehende Sites zuordnen oder migrieren. Wiederkehrende Schritte wie die Anlage neuer Sites lassen sich dabei über Power Automate automatisieren, Copilot kann anschließend beim Durchsuchen und Zusammenfassen der sauber strukturierten Inhalte unterstützen.
  • Schulung: Mitarbeiter und Site-Besitzer im Umgang mit der neuen Struktur und den Governance-Regeln einweisen.
  • Anpassung & Weiterentwicklung: Struktur regelmäßig überprüfen und an veränderte Anforderungen anpassen, statt sie einmalig festzulegen.

Soll aus einer gut strukturierten SharePoint-Umgebung ein vollständiges Intranet mit News, Dashboards und mobiler Nutzung über Microsoft Teams entstehen, beschreiben wir das weitere Vorgehen ausführlich in unserem Beitrag SharePoint Intranet erstellen: Der ultimative Leitfaden mit Expertentipps.

Was eine gute SharePoint-Struktur wirtschaftlich bringt

Eine saubere Struktur verursacht keine zusätzlichen Lizenzkosten, da Hub-Sites, Kommunikationsseiten und Metadaten-Navigation bereits Bestandteil der gängigen Microsoft-365-Pläne sind. Der Nutzen liegt stattdessen im reduzierten Sucheaufwand, in weniger parallel gepflegten Dokumentversionen und in einer Umgebung, die auch bei wachsender Anzahl an Teams und Projekten nachvollziehbar bleibt.

Der eigentliche Wert zeigt sich damit nicht im Aufbau selbst, sondern in der Zeit, die Mitarbeiter danach nicht mehr mit Suchen verbringen müssen. Wird eine gewachsene Struktur dagegen nicht aufgeräumt, wächst der Aufwand mit jeder neuen Site weiter, ohne dass dies auf den ersten Blick sichtbar wird.

Häufige Fehler beim Strukturieren von SharePoint

  • Für jedes neue Vorhaben wird eine neue Site angelegt, ohne bestehende Strukturen zu prüfen.
  • Hub-Sites und einzelne Sites werden ohne einheitliches Ordnungsprinzip vermischt.
  • Navigation wird doppelt gepflegt, auf Hub-Ebene und auf Seitenebene gleichzeitig.
  • Struktur wird ausschließlich über Ordner statt über Metadaten abgebildet.
  • Es gibt keine klare Regelung, wer neue Sites anlegen oder einem Hub zuordnen darf.
  • Alte, ungenutzte Sites werden nicht archiviert, wodurch die Struktur mit der Zeit weiter zuwächst.

Fazit

Eine durchdachte SharePoint-Struktur entsteht selten von allein, sondern durch bewusste Entscheidungen für Hub-Sites, Navigation und Governance. Wer auf eine flache, über Hubs verbundene Struktur statt auf eine starre Seitenhierarchie setzt und Berechtigungen sowie Metadaten von Anfang an mitdenkt, hält SharePoint auch bei wachsender Teamanzahl nutzbar. Entscheidend ist dabei, die Struktur als fortlaufende Aufgabe zu verstehen, nicht als einmaliges Projekt.

Transparenzhinweis

Unsere Ratgeber basieren auf der fachlichen Expertise und Praxiserfahrung von LINETWORK sowie auf entsprechender Recherche. Die Inhalte werden redaktionell und fachlich geprüft und aus unserer Perspektive auf Microsoft 365 und digitale Prozesse erstellt. Einzelne Bilder und Grafiken werden zur visuellen Aufbereitung teilweise mithilfe von KI erstellt.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Hub-Site in SharePoint?

Eine Hub-Site verbindet mehrere eigenständige Sites über eine gemeinsame Navigation, ein gemeinsames Design und eine gemeinsame Suche, ohne dass diese Sites in einer festen Eltern-Kind-Hierarchie stehen.

Wie viele Sites sollte ein Unternehmen anlegen?

Es gibt keine pauschale Zahl. Entscheidend ist, dass jede Site einem klaren Zweck dient und einem Hub zugeordnet ist, statt unkontrolliert für jedes kleine Vorhaben eine neue Site zu erstellen.

Wann nutzt man eine Team-Site, wann eine Kommunikationsseite?

Team-Sites eignen sich für die tägliche Zusammenarbeit einer festen Gruppe. Kommunikationsseiten eignen sich für die Verteilung von Inhalten an ein größeres, überwiegend lesendes Publikum, etwa für Unternehmens-News.

Wie vermeidet man unkontrollierten Site-Wildwuchs?

Über klare Governance-Regeln, etwa eine Freigabe für neue Sites, ein festes Ordnungsprinzip für Hubs sowie eine regelmäßige Prüfung und Archivierung nicht mehr genutzter Sites.

Muss eine bestehende Seitenhierarchie komplett neu aufgebaut werden, um Hub-Sites zu nutzen?

Nicht zwingend. Bestehende Sites lassen sich schrittweise einem Hub zuordnen. Eine vollständige Migration ist nur nötig, wenn die zugrunde liegende Struktur selbst nicht mehr tragfähig ist.

Unterstützt LINETWORK auch bei der Strukturierung bestehender SharePoint-Umgebungen?

Ja. LINETWORK begleitet Unternehmen von der Analyse bestehender Strukturen über den Aufbau einer Hub-Struktur bis hin zu Schulung und langfristiger Weiterentwicklung.

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Aleksej Kusnir, Microsoft 365 Architekt

Über Aleksej

Meine Name ist Aleksej Kusnir, Geschäftsführer der LINETWORK und begleite seit Jahren Unternehmen dabei, ihre Prozesse mit Microsoft 365 effizienter zu gestalten. Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil ich immer wieder sehe, dass Begriffe wie OneDrive, Teams und SharePoint im Alltag durcheinandergeworfen werden. In unseren Projekten begegnet mir diese Frage ständig: „Wo gehört das eigentlich hin?“ Aus der Praxis kann ich sagen – mit der richtigen Struktur lassen sich viele Probleme von Anfang an vermeiden. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen zeigen, wie diese Tools wirklich gedacht sind und wie unsere Kunden sie im Alltag erfolgreich einsetzen.

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Häufig gestellte Fragen - FAQ

Ist SharePoint Online für Hochschulen geeignet?

Ja, das SharePoint Intranet und Microsoft 365 für Hochschulen sind ideal für Richtlinien, Vorlagen, digitale Services, Zusammenarbeit und zentrale Kommunikation.