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SharePoint oder OneDrive – Wann nutzt man was?

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Das Wichtigste in Kürze:

OneDrive und SharePoint Online sind keine konkurrierenden Systeme, sondern zwei unterschiedliche Speicherorte mit klar getrennten Aufgaben: OneDrive gehört dem einzelnen Benutzer, SharePoint gehört dem Unternehmen.

  • OneDrive: persönlicher Speicher für eigene Dateien und Entwürfe, nur für den jeweiligen Benutzer sichtbar.
  • SharePoint Online: zentraler Speicher für Abteilungen, Projekte und Unternehmenswissen.
  • Eigentümerfrage: OneDrive-Dateien hängen am Benutzerkonto, SharePoint-Dateien gehören dem Unternehmen.
  • Speicherplatz: OneDrive standardmäßig 1 TB je Benutzer, SharePoint 1 TB je Tenant zzgl. 10 GB je Lizenz.
  • Faustregel: Was nur mich betrifft, gehört in OneDrive. Was das Team oder Unternehmen betrifft, gehört in SharePoint.

Warum diese Frage im Alltag so häufig auftaucht

OneDrive und SharePoint Online sehen für den Benutzer auf den ersten Blick sehr ähnlich aus: dieselbe Oberfläche, dieselbe Ordnerstruktur, derselbe Sync-Client auf dem Rechner. Der Unterschied liegt nicht in der Bedienung, sondern darin, wem der jeweilige Speicherort gehört und wer Zugriff hat.

Genau diese Ähnlichkeit in der Bedienung verschleiert den eigentlichen Unterschied. Erst wenn eine Datei geteilt, ein Zugriff entzogen oder ein Benutzer aus dem Unternehmen entfernt werden soll, wird der Unterschied zwischen persönlichem und zentralem Speicher praktisch relevant.

Typische Situationen, in denen die Abgrenzung unklar wird

  • Eine wichtige Vorlage liegt nur in OneDrive einer einzelnen Person, statt zentral zugänglich zu sein.
  • Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen, und niemand weiß, was in dessen OneDrive lag.
  • Dateien werden parallel in OneDrive und SharePoint abgelegt, ohne klare Regel.
  • Eine Freigabe für Externe wird über den persönlichen statt den zentralen Speicher eingerichtet.

Was ist OneDrive?

OneDrive ist der persönliche Onlinespeicher in Microsoft 365, den jeder Benutzer mit einer entsprechenden Lizenz automatisch erhält. Standardmäßig stehen dabei 1 TB Speicherplatz zur Verfügung; je nach Plan und Anzahl lizenzierter Benutzer lässt sich dieser Speicher über die Administration auf bis zu 5 TB erweitern.

In OneDrive legt jeder Benutzer eigene, persönliche Dateien ab, auf die zunächst nur er selbst Zugriff hat. Eine Freigabe für andere ist möglich, muss aber aktiv vom Besitzer eingerichtet werden. OneDrive ist damit der persönliche Speicher im Unternehmen – vergleichbar mit einem eigenen Aktenschrank, nicht mit dem gemeinsamen Archiv.

SharePoint Online im Vergleich dazu

Was SharePoint Online genau ist und wie es als zentrales Dokumentenmanagementsystem funktioniert, haben wir bereits ausführlich beschrieben – unter anderem im Beitrag SharePoint oder Teams – Was ist der Unterschied? sowie im Grundlagenartikel Microsoft Teams, SharePoint Online oder OneDrive – was nutzt man wofür?. An dieser Stelle daher nur der für die Abgrenzung zu OneDrive entscheidende Punkt: SharePoint Online ist der zentrale, unternehmensweite Speicher- und Dokumentenmanagement-Unterbau von Microsoft 365 – im Unterschied zu OneDrive, das jedem einzelnen Benutzer persönlich zugeordnet ist. Jeder Microsoft-365-Tenant erhält dafür 1 TB Basisspeicher zzgl. rund 10 GB je lizenziertem Benutzer.

SharePoint und OneDrive im direkten Vergleich

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

KriteriumOneDriveSharePoint Online
ZweckPersönlicher Speicher für eigene DateienZentraler Speicher für das gesamte Unternehmen
Eigentümer der DateienDer einzelne BenutzerDas Unternehmen (Team bzw. Abteilung)
SpeicherplatzStandardmäßig 1 TB je Benutzer, erweiterbar bis 5 TB1 TB je Tenant zzgl. rund 10 GB je Lizenz
Zugriff für andereNur nach gezielter Freigabe durch den BesitzerStandardmäßig für berechtigte Team- bzw. Abteilungsmitglieder
Versionierung und StrukturEinfache Versionierung, kaum Struktur oder MetadatenUmfangreiche Versionierung, Klassifizierung, differenzierte Berechtigungen
Typischer EinsatzEntwürfe, persönliche Notizen, unfertige DateienAbteilungsdaten, Projekte, Richtlinien, Unternehmenswissen

Wer „besitzt“ die Dateien? Der oft übersehene Unterschied

Der wichtigste, aber am häufigsten übersehene Unterschied betrifft die Frage, wem eine Datei eigentlich gehört. OneDrive-Dateien sind fest an das jeweilige Benutzerkonto gebunden. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen und wird sein Konto deaktiviert, wird auch der Zugriff auf sein OneDrive eingeschränkt beziehungsweise nach einer gewissen Frist entfernt – unabhängig davon, ob dort noch geschäftlich relevante Dateien liegen.

SharePoint-Dateien gehören dagegen der Organisation beziehungsweise dem jeweiligen Team. Sie bleiben unabhängig von einzelnen Benutzerkonten bestehen, auch wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen oder die Abteilung wechseln. Wichtige, geschäftlich relevante Dateien sollten deshalb grundsätzlich nicht dauerhaft nur in einem persönlichen OneDrive liegen.

Wann nutze ich OneDrive, wann SharePoint?

Ergänzend zur Tabelle lässt sich die Zuordnung an typischen Situationen festmachen:

  • Eigener Entwurf, noch nicht für andere gedacht: OneDrive.
  • Dokument, an dem mehrere Personen mitarbeiten: SharePoint Online, meist über ein Team eingebunden.
  • Persönliche Notizen oder private Unterlagen: OneDrive.
  • Richtlinien, Vorlagen, Wissen für die gesamte Abteilung: SharePoint Online.
  • Datei soll dauerhaft verfügbar bleiben, auch nach einem Personalwechsel: SharePoint Online.

Praxisbeispiel: OneDrive und SharePoint im Unternehmensalltag

Vom Entwurf zur Teamdatei

Ein Mitarbeiter aus dem Vertrieb erstellt den Entwurf für eine neue Angebotsvorlage. Solange die Vorlage noch nicht abgestimmt ist, liegt sie in seinem persönlichen OneDrive. Sobald der Entwurf mit dem Team abgestimmt werden soll, verschiebt er die Datei in die SharePoint-Seite des zugehörigen Teams – ab diesem Zeitpunkt ist sie für alle Beteiligten sichtbar und wird gemeinsam weiterbearbeitet.

Offboarding eines Mitarbeiters

Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen. In seinem OneDrive liegen neben privaten Notizen auch einige Kundendokumente, die er nie in die zugehörige SharePoint-Seite verschoben hat. Ohne eine geregelte Übergabe wären diese Dokumente nach der Kontodeaktivierung nur schwer wieder auffindbar. Ein strukturierter Offboarding-Prozess sorgt dafür, dass relevante Dateien rechtzeitig gesichert und in die zentrale Struktur überführt werden.

Wie ein solcher Prozess in der Praxis aussieht, beschreiben wir in unserer Leistung Microsoft 365 Mitarbeiter On- und Offboarding.

Häufige Fehler im Umgang mit OneDrive und SharePoint

  • Geschäftlich relevante Dateien werden dauerhaft nur im persönlichen OneDrive abgelegt.
  • Beim Ausscheiden eines Mitarbeiters wird nicht geprüft, welche Dateien in dessen OneDrive lagen.
  • Dieselbe Datei existiert parallel in OneDrive und SharePoint, mit unterschiedlichem Stand.
  • Freigaben werden großzügig über den persönlichen statt den zentralen Speicher erteilt.
  • Es gibt keine klare Regel im Unternehmen, was in OneDrive und was in SharePoint gehört.

Fazit

OneDrive und SharePoint Online schließen sich nicht aus, sondern übernehmen unterschiedliche Aufgaben im selben System. OneDrive eignet sich für persönliche Dateien und Entwürfe, SharePoint Online für alles, was mehrere Personen betrifft oder dauerhaft im Unternehmen verfügbar bleiben soll. Wer diese Trennung von Anfang an konsequent einhält, vermeidet verlorene Dateien beim Personalwechsel und unnötige Doppelablagen im Alltag.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen OneDrive und SharePoint?
OneDrive ist dein persönlicher Speicher. SharePoint ist der zentrale Speicher fürs gesamte Unternehmen.
Wann nutze ich OneDrive statt SharePoint?

Für eigene Entwürfe, persönliche Notizen oder Dateien, die noch nicht für andere gedacht sind.

Was passiert mit OneDrive-Dateien, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?

Der Zugriff auf das OneDrive wird mit der Kontodeaktivierung eingeschränkt beziehungsweise nach einer Frist entfernt. Wichtige Dateien sollten deshalb vorher gesichert oder in SharePoint übernommen werden.

Kann ich Dateien aus OneDrive mit anderen teilen?

Ja, OneDrive-Dateien lassen sich gezielt für einzelne Personen oder Gruppen freigeben. Für dauerhafte Zusammenarbeit im Team ist SharePoint Online trotzdem die passendere Lösung.

Wie viel Speicherplatz stehen OneDrive und SharePoint zur Verfügung?

OneDrive bietet standardmäßig 1 TB je Benutzer, erweiterbar auf bis zu 5 TB. SharePoint Online stellt 1 TB je Tenant zzgl. rund 10 GB je lizenziertem Benutzer bereit.

Aleksej Kusnir, Microsoft 365 Architekt

Über Aleksej

Meine Name ist Aleksej Kusnir, Geschäftsführer der LINETWORK und begleite seit Jahren Unternehmen dabei, ihre Prozesse mit Microsoft 365 effizienter zu gestalten. Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil ich immer wieder sehe, dass Begriffe wie OneDrive, Teams und SharePoint im Alltag durcheinandergeworfen werden. In unseren Projekten begegnet mir diese Frage ständig: „Wo gehört das eigentlich hin?“ Aus der Praxis kann ich sagen – mit der richtigen Struktur lassen sich viele Probleme von Anfang an vermeiden. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen zeigen, wie diese Tools wirklich gedacht sind und wie unsere Kunden sie im Alltag erfolgreich einsetzen.

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Häufig gestellte Fragen - FAQ

Ist SharePoint Online für Hochschulen geeignet?

Ja, das SharePoint Intranet und Microsoft 365 für Hochschulen sind ideal für Richtlinien, Vorlagen, digitale Services, Zusammenarbeit und zentrale Kommunikation.